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Joanna Newsom – Ys, 2006 Drag City
Ungehobelt, manchmal krächzend, jauchzend und schluchzend. Es ist ihre eigene ehrliche Art, eine wundersame Welt zu erklären - Geschichten über Liebe, Tod und Leben zu erzählen. Ungewohnte Harfenklänge und ein sich geschmeidig und fliessend einfügendes Orchester entführen den Hörer in einen träumerischen Zustand, in eine Klanglandschaft voll blumiger Hügel, dunklen Tälern, ruhigen Bächen und reissenden Strömen. Ys ist ein Epos bestehend aus 5 Stücken, ursprünglich geschrieben für Gesang und Harve. Van Dyke Parks orchestrierte und dirigierte die bereits im Vorjahr von Steve Albini aufgenommenen Songs, Jim O'Rourke mischte sie zu einem zauberhaften Gesamtwerk. Ys ist Musik wie man sie in dieser Form noch nicht gehört hat. Die Harfe und die lyrischen Texte stehen im Mittelpunkt, das 30köpfige Orchester untermalt die Erzählungen und verbindet die unvorhersehbaren Wege, die die bis fast 17 Minuten langen Kompositionen einschlagen. Die heute 25 jährige Joanna Newsom, die selbst sagt, dass ihre Stimme schlechtweg "nicht trainierbar" sei, begann erst mit 18 Jahren ihre Harfenkompositionen mit Gesang zu begleiten. Schon ihr 2004 erschienener Erstling, "The Milk-Eyed Mender", war ein äusserst eigenständiges Werk, das durch die bis anhin selten gehörte Kombination von Harfe und kindlich anmutendem Gesang in der Musikszene alle Blicke auf sich zog. Nach ausgiebigen Live-Erfahrungen und Touren rund um den Globus erscheint die Stimme auf dem neuen Album reifer, selbstsicherer und bemerkbar tiefer. Wer sich auf diese, vielleicht anfänglich schwer verständlich anmutende Traumwelt einlässt, wird bald nicht mehr loslassen können und sich an gemütlichen Abenden mit einem köstlich schweren Glas Rotwein der tiefgründigen und wundersamen Stimmung von Ys hingeben.
www.dragcity.com
www.joannanewsom.co.uk
[fl]
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